24.01.2012

Obwohl bis Anfang Dezember in Tirols Bergen statt Eisblumen grüne Wiesen vorherrschten, freuen sich die Touristiker über den – gemessen an Gästeankünften – besten Winterstart aller Zeiten. Die Übernachtungen sind hingegen rückläufig. Dafür konnten am Inlandsmarkt besonders starke Zuwächse verbucht werden.
Mit fast 1,2 Millionen Ankünften von November bis Dezember 2011 hat Tirol einen neuen Rekordstart in die Wintersaison hingelegt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Tourismusbranche ein sattes Plus von 4,9 Prozent bei den Ankünften einfahren. Bei den Übernachtungen war im Zeitraum November und Dezember 2011 ein Rückgang von 2,9 Prozent zu verzeichnen, was aber einerseits mit der sehr späten Anreise vieler Gäste um die Weihnachtszeit zusammenhängt – dadurch fallen diese Nächtigungen großteils in die Jänner-Statistik – und andererseits mit dem wetterbedingt ungewöhnlich späten Start in die Wintersaison. Besonders erfreulich aus Tiroler Sicht ist die Entwicklung des Inlandsmarktes: Hier wurde schon zu Saisonbeginn sowohl bei den Ankünften als auch den Nächtigungen ein sensationelles Plus von jeweils rund zehn Prozent gemessen.
„Mit rund 16 Prozent Anteil am Brutto-Regionalprodukt Tirols ist der Tourismus ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor. Die aktuellen Zahlen zum Winterstart unterstreichen, wie wichtig dieser stabile Konjunkturmotor für die heimische Wirtschaft ist, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen“, unterstreicht Tirols Tourismusreferent, Landeshauptmann Günther Platter, die Strahlkraft der Branche für die Performance des gesamten Landes. Auch der Geschäftsführer der Tirol Werbung, Josef Margreiter, ist zufrieden mit der Zwischenbilanz: „Bedenkt man den witterungsbedingt späten Start in den Winter, sind die vorliegenden Zahlen umso mehr zu schätzen. Damit stellt die heimische Tourismuswirtschaft einmal mehr unter Beweis, dass sie gut aufgestellt ist und auch widrigen Umständen zum Trotz ihre Rolle als Wirtschaftslokomotive erfüllt.“
Bei näherer Betrachtung zeigt die aktuelle Statistik, dass der Winterstart kaum besser hätte laufen können. Durchschnittlich machen die Ergebnisse von November und Dezember 17 Prozent der gesamten Wintersaison aus. Diesen Anteil werden sie auch dieses Jahr mit Leichtigkeit erfüllen. Im Overall-Ranking ab 1984 gerechnet, liegt der diesjährige Saisonstart mit knapp 4,5 Millionen Übernachtungen im November und Dezember 2011 auf dem guten siebten Platz. Das Minus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, ist sicherlich der sehr späten Anreise vieler Gäste um die Weihnachtszeit zuzuschreiben. Dass die Branche insgesamt dennoch wächst, zeigt der Blick auf die Gästeankünfte, die erneut um 4,9 Prozent zunahmen, mit 1,17 Millionen konnte hier ein neuer Rekord verbucht werden.
Besonders erfreulich aus touristischer Sicht ist das satte Plus am Inlandsmarkt. So konnten zu Saisonbeginn um 9,9 Prozent mehr Übernachtungen und um 7 Prozent mehr Ankünfte österreichischer Gäste verbucht werden. Dank starkem Franken ist auch die Liebe der Schweizer zu den Tiroler Bergen ungebrochen: plus 19,1 Prozent bei den Übernachtungen und 19,9 Prozent mehr Ankünfte von Schweizer Gästen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der wichtigste Herkunftsmarkt ist und bleibt Deutschland mit einem Anteil von 51,7 Prozent am Ergebnis. Hier stagnieren die Zahlen auf sehr hohem Niveau: plus drei Prozent bei den Ankünften, aber minus 4,2 Prozent bei den Übernachtungen. Dafür boomen die zukunftsträchtigen Hoffnungsmärkte im Osten weiter. Bei russischen Gästen stiegen die Nächtigungen erneut um 7,4 Prozent, die Ankünfte mit 23,4 Prozent sogar um fast ein Viertel.
Für Tirols Hoteliers verlief der Saisonstart zufriedenstellend. Im oberen Preissegment verzeichneten die 4- und 5-Stern-Häuser ein leichtes Plus von 0,7 Prozent. Der anhaltende Trend zum Luxus war auch dieses Jahr zu beobachten, denn in der 3-Sterne-Kategorie gingen die Gästezahlen erneut um 1,8 Prozent zurück, bei 1- und 2-Stern-Häusern sogar um sieben Prozent. Bei privaten Ferienwohnungen waren die Gästezahlen mit minus 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr ebenfalls rückläufig, bei gewerblichen Ferienwohnungen betrug das Minus 8,3 Prozent.
Nach diesem positiven Start blickt die Tourismusbranche optimistisch auf die verbleibende Saison. Die großen Verbände berichten von deutlich verstärktem Buchungsaufkommen seit dem Einsetzen der starken Schneefälle Anfang Jänner. Zudem sorgten die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele, die Mitte Jänner 2012 in Innsbruck stattfanden, für einen wichtigen Impuls. Tirols Image als junge und führende Winterdestination der Alpen wurde auf eindrucksvolle Weise bestätigt und medial in alle Welt transportiert. Dank der hervorragenden Schneesituation steht einer langen Saison, die bis Ostern perfekte Pisten bietet, nichts im Wege.
Ingrid Schranz
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