Wipptal: Rückzugsgebiet für Genießer „Ruhe.“ Wenn Helga Maria Hager die besondere Atmosphäre der Nockeralm mit einem einzigen Begriff beschreiben soll, dann entscheidet sie sich für dieses kleine Wort. Denn hier oben in den Bergen, wo der Himmel nah ist und die Luft nach Natur und Ursprung riecht, hier oben sind Stress und Hektik vom Leben unten in den Städten weit weg.
„Die Nockeralm ist ein Rückzugsgebiet“, schildert die Sennerin. „Schon auf dem Weg hierher, zunächst durchs Wipp-, dann durchs Valsertal, lässt man Lärm und Reizüberflutung immer mehr zurück und erhält stattdessen den Geruch von Almblumen, das sanfte Klingeln der Kuh- und Ziegenglocken, das Gefühl von simpler Entspanntheit.“
Einfach und gerade deshalb so besonders ist auch das Angebot, das Helga Hager für ihre Besucher organisiert hat. Hier geht es nicht um sportliche Meisterleistungen, sondern ums Erleben und Erfahren. Beim Spaziergang über die Alm erzählt die Natur- und Landschaftsführerin von den bäuerlichen Arbeitsabläufen, von den Bergen, den Tieren, den Pflanzen. „Ich will meine Gäste aber nicht nur zuhören lassen, sie sollen auch mitmachen. Beim Kräutersammeln, beim Heuwenden, beim Ziegenkäsemachen.“ Deshalb empfange sie auch immer nur kleine Gruppen von bis zu zwölf Personen, „damit genug Zeit für Erklärungen bleibt.“
Und wenn man dann zusammenhockt bei der Hütte, sich Brot und Käse, vielleicht auch ein Gläschen Wein schmecken lässt, vor sich die zarte Almkulturlandschaft, und man hört in sich hinein, dann entdeckt man sie plötzlich selbst: die friedliche, zufriedene Ruhe.
Almwanderungen mit Helga Hager sind von Juni bis September möglich. Der Kontakt zur Nockeralm:
www.peterskaser.atKleine Plätze mit großem Zauber finden sich in der Region Wipptal noch mehr. In Schmirn lädt der Alpenkräuter- und Alpenblumen-Garten zum Schauen, Riechen und Schmecken ein. Das Wallfahrtskirchlein St. Magdalena hoch über dem Tal belohnt den Aufstieg mit traumhaften Ausblicken. Das Mühlendorf in Gschnitz und der Bergwerksweg bei Gries entführen hunderte und hunderttausende Jahre in die Vergangenheit.
www.wipptal.atEinfach schön, schön einfach – das Villgratental in Osttirol„Ins fahlt nicht“, hört man regelmäßig im Villgratental, einem Seitental des Osttiroler Pustertals. „Uns fehlt nichts“, meinen die Einheimischen damit, sie brauchen zu ihrem Glück keine High-Speed-Lifte, keine großen Hotels und Events. Lieber bleibt man ruhig, folgt alten Traditionen, kümmert sich um die Berglandwirtschaft. Und wenn Gäste kommen, empfängt man sie mit einer einfachen Herzlichkeit und ermutigt sie, sich auf den langsamen Rhythmus des Tals einzulassen. Diesen entdeckt man am besten bei langen Spaziergängen vorbei an höchstgelegenen Bergbauernhöfen, manche schon über 500 Jahre alt, bei Wanderungen rauf auf die Almen, wo sich ruhesuchende Großstadtmenschen seit ein paar Jahren aus ihrer Hektik ausklinken – für ein paar Wochen. Dem Herzschlag Villgratens kommt man nahe auf den Rundwegen und bei Gipfeltouren, man findet ihn beim unaufdringlich präsentierten Naturdenkmal Sinkersee und bei der für ihre sanfte Restaurierung mehrfach ausgezeichneten Wegelate-Säge. Und natürlich in den Hofläden und Gasthöfen, wo man sich die Produkte der Region auf der Zunge zergehen lassen kann.
www.villgratental.comWeniger ist mehr – und Moor: Ausflugsziel RadurschltalEs ist viel los hier südöstlich von Pfunds – wenn man ein Auge fürs Detail hat. Die landschaftliche Vielfalt dieses 15 Kilometer Tals vom Inn Richtung Ötztaler Alpen beherbergt zahlreiche Pflanzen und Tiere, von Zirben über Wollgras bis zu Steinböcken. Selbst die Wanderer und Alpinisten, die von der Hohenzollernhütte ans Ende des Tals gelockt werden, fallen kaum auf in der Abgeschiedenheit, die einen hier umgibt, die einen einwickelt in ein wohliges Gefühl der Entspanntheit. Erkunden, erleben kann man das Radurschltal zu Fuß, eine andere Möglichkeit ist eine gemütliche Fahrt mit dem E-Bike. Für einen längeren Aufenthalt bietet das Hohenzollernhaus Quartier.
www.tiroler-oberland.comKleiner Ort, große Erholung: NamlosEin paar Wiesen, Berge, Bauernhöfe – das genügt für eine ordentliche Portion Tirol pur. In der Kleinstgemeinde Namlos vergisst man leicht, dass man die populäre Zugspitze in der Nachbarschaft hat. Denn hier geht man ohne Superlative durch den Tag. Lieber erfreut man sich an den blumenübersäten Bergwiesen, die durch das sanfte Mikroklima prächtig gedeihen. Man entdeckt bei kleinen und größeren Wanderungen Oasen der stillen Schönheit, atmet die Bergluft ein und lässt den Stress des Alltags einfach los. Den hat man früh genug wieder. Jetzt heißt es sich vollsaugen mit dem Zauber des Augenblicks.
www.zugspitzarena.comWilde Schönheit, zart und sanft: die WildschönauDas pulsierende Unterinntal ist nur wenige Kilometer entfernt, doch davon ist in dem 24 Kilometer langen Hochtal mit den vier Kirchdörfern kaum etwas zu spüren. Hier bewegt man sich im eigenen Tempo, pflegt einen eigenen Stil – nicht zuletzt kulinarisch mit Anbau und Verarbeitung der Weißen Stoppelrübe. Die ist nicht jedermanns Sache, aber auf jeden Fall eine Verkostung wert. Denn nur hier darf sie zum „Krautinger“-Schnaps gebrannt werden.
Den Rübenmythos entdecken können Gäste auf einem eigens angelegten Genussweg. Vorbei an neun Bronzestatuen, für die sich Bildhauer Hubert Flörl vom Sonnengesang des Heiligen Franziskus inspirieren ließ, geht es gemütlich durch die liebliche Wildschönauer Landschaft. Über das Leben im Tal, wie es früher war, klärt dabei das Bergbauernmuseum auf.
Auf eigene Faust entdecken kann man die wilde Schönheit des Tals auf über 300 Kilometern gepflegter Wanderwege. Da passiert es leicht, dass man sich plötzlich an einem malerischen Platz wiederfindet, der Horizont weit, die Luft klar, die Natur ganz nah. Bis auf die Begleiter keine andere Menschenseele in Sicht. Und für ein paar Momente ist man wahrlich der König einer stillen Welt.
www.wildschoenau.comNähere Informationen: Tirol Info, Tel. +43.512.7272-0,
info@tirol.at und
www.tirol.at6.231 Zeichen