Lange Tradition
Der Tourismus kann in Tirol auf eine lange Tradition zurückblicken. Während man bis etwa Ende des 19. Jahrhunderts von einem sogenannten "Durchgangs-Fremdenverkehr" in Tirol spricht - Tirol lag im Schnittpunkt wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen - stieg am Beginn des 20. Jahrhunderts die Nachfrage nach Tirol als Fremdenverkehrsziel. Speziell nach dem 2. Weltkrieg nahm in Tirol sowohl der Sommer- als auch der Wintertourismus stark zu. Wurden im Jahr 1950 noch rund 2,3 Millionen Nächtigungen in Tirol registriert, so waren es 1960 schon über 11,8 Millionen und im Jahr 1980 rund 38 Millionen Übernachtungen. Im Jahre 1992 wurde mit rund 45,8 Millionen Nächtigungen der Höhepunkt erreicht. Mit Beginn der Siebzigerjahre begann im Sommertourismus die erste Stagnationsphase. Während die Sommersaison 1991 mit etwas über 23 Mio. Nächtigungen den Tirolern das beste Sommerergebnis bescherte, sank die Zahl der Nächtigungen im Sommer 2001 auf rund 17 Mio. Die Rückgänge im Sommertourismus wurden bis 1993 von einem immer wachsenden Wintertourismus nahezu kompensiert. Dann erfasste die rückläufige Tendenz auch den Wintertourismus. Ab der Wintersaison 1997/98 ging es aber wieder kontinuierlich aufwärts. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen konnte im Tourismusjahr 2009/10 das hervorragende Ergebnis des Vorjahres mit 9.3 Mio. Ankünften (+2,2%) nochmals gesteigert werden. Doch aufgrund der immer kürzeren Aufenthaltsdauer lagen die Nächtigungen mit 25,2 Mio.(-1,4%) leicht hinter dem Ergebnis von 2008/09. Im Tourismusjahr 2010/11 steigerte sich die Zahl der Ankünfte wieder auf knapp 9,6 Mio. (+2,5%). Bei den Nächtigungen konnte mit 42,9 Mio. (-0,3%) das Vorjahresergebnis praktisch gehalten werden – das entspricht in absoluten Zahlen einem Rückgang von knapp 109.000 Übernachtungen aufgrund der immer kürzer werdenden Aufenthaltsdauer. Mit knapp 9,86 Mio. Ankünften (+3,3%) und rund 44 Mio. Nächtigungen (+2,6%) konnte das hervorragende Ergebnis vom Vorjahr nochmals gesteigert werden. In der Wintersaison 2011/12 verzeichnete Tirol mit 25,69 Mio. Nächtigungen das bisher beste Winterergebnis in der Geschichte Tirols.
Tourismus-Weltmeister
Wenn Tirol als Tourismus-Weltmeister bezeichnet wird, dann zu Recht. In keinem anderen Land der Erde fallen pro Einwohner mehr Nächtigungen an als im „Herz der Alpen“ – nämlich rund 61. Fast 25.000 Betriebe leben in Tirol direkt vom Tourismus und jede Nacht könnten sich 340.000 Gäste gleichzeitig zur Ruhe begeben, denn so viele Betten stehen zur Verfügung. Der Nutzen für die anderen Wirtschaftzweige liegt auf der Hand. Ebenso die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: über 53.000 Menschen sind im Tiroler Tourismus beschäftigt.Herkunftsländer: deutsche Gäste an erster Stelle
Von den rund 44 Mio. Nächtigungen im Tourismussjahr 2010/11 stellen die deutschen Gäste mit knapp 51 Prozent nach wie vor das Hauptkontingent unter Tirols Urlaubernationen. An zweiter Stelle stehen die Niederlande mit 4,8 Mio. (11%), gefolgt von den Österreichern selbst mit 3,7 Mio. Nächtigungen (9%). Auf den weiteren Plätzen: Schweiz (2,4 Mio. bzw. 5,5%) und Großbritannien (1,6 Mio. bzw. 3,6%). Dahinter folgen Belgien (1,5 Mio. bzw. 3,5%), Italien (1,1 Mio. bzw. 2,5%), Frankreich (1 Mio. bzw. 2,2%) sowie Polen (1,5%), Russland (1,4%) und die tschechische Republik (1,4%).
Tourismusjahr 2011/12
Im Tourismusjahr 2011/12 kann der Tiroler Tourismus eine sehr zufriedenstellende Bilanz vorweisen. Mit knapp 9,86 Mio. Ankünften (+3,3%) und rund 44 Mio. Nächtigungen (+2,6%) konnte das hervorragende Ergebnis vom Vorjahr nochmals gesteigert werden.Winter 2011/12
Im historischen Vergleich geht die Wintersaison 2011/12 mit dem Gesamtergebnis von November 2011 bis April 2012 als beste Saison aller Zeiten in die Geschichte ein. Denn sie konnte insgesamt mit einem Rekordergebnis sowohl bei den Ankünften (+216.800 AK bzw. +4,3% über dem bisherigen Spitzenwert aus der Vorsaison Winter 2010/11) als auch bei den Nächtigungen (+80.900 ÜN bzw. +0,3% gegenüber dem bisherigen Höchstwert aus der Wintersaison 2007/08) abgeschlossen werden.
Der Blick auf die Statistik der Gesamtsaison Winter 2011/12 bestätigt eine insgesamt sehr erfreuliche Entwicklung auf den wichtigsten Quellmärkten. Am mit Abstand wichtigsten Markt Deutschland wurden sowohl bei den Ankünften (+ 4,8%) als auch bei den Übernachtungen (+ 4%) deutliche Steigerungen erzielt. Weitere Zugewinne gab es aus Österreich (AK + 4,1%; ÜN + 6,7%), der Schweiz (AK + 14,5%; ÜN + 14,9%), Großbritannien (AK +4,2%, ÜN + 4,5%), Frankreich (AK + 7,3%, ÜN + 5,2%), Italien (AK + 6,9%, ÜN + 1,8%), Russland (AK + 13,3%, ÜN + 11,6%), Tschechien (AK + 5,5%, ÜN + 3,7%), sowie Rumänien (AK + 2,2%, ÜN 1,1%). Erfreulich stabil bzw. mit leichten Zuwächsen bei den Ankünften entwickelten sich die Niederlande (AK + 0,5%, ÜN – 1,2%) und Belgien (AK + 1%, ÜN – 0,4%). Rückgänge wurden lediglich aus Dänemark (AK – 2,2%, ÜN – 4,7%) sowie Polen (AK und ÜN jeweils – 7,9%) verzeichnet.
Die 5/4-Stern Betriebe konnten mit einem Plus von +4 % deutliche Zuwächse bei den Nächtigungen verbuchen. Gewerbliche Ferienwohnungen (+6 %) und private Ferienwohnungen (+4,6%) verzeichneten ebenfalls deutlichen Nächtigungssteigerungen. Damit bestätigte sich auch in dieser Saison sowohl der Trend zu Ferienwohnungen als auch zu qualitativ hochwertigen Unterkünften. Aber auch 3-Stern Hotels (+2,6%) und 2/1-Stern Hotels (+1,2%) konnten in der abgelaufenen Rekordsaison bei den Nächtigungen wachsen.Sommer 2012
Mit 4,59 Millionen Ankünften konnte zwischen Mai und Oktober 2012 ein Plus von 2,1% im Vergleich zum Vorjahr erzielt und somit das beste Sommerergebnis seit 1984 erreicht werden. Die Übernachtungen konnten mit 18,33 Millionen und einem Plus von 1,4% ebenfalls gesteigert werden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Tirol-Gäste blieb in der Sommersaison mit 4,0 Tagen unverändert zum Vorjahr, hat sich jedoch im langfristigen Vergleich verkürzt: 2002 lag dieser Wert noch bei 4,8 Tagen.
In den wichtigsten Herkunftsmärkten wurden zwischen Mai und Oktober Zuwächse erreicht. So nahmen sowohl die Ankünfte als auch die Nächtigungen aus Deutschland (AK + 2,8%; ÜN + 2,1%), den Niederlanden (AK + 3,6%; ÜN + 1,8%) und der Schweiz (AK + 0,6 %; ÜN 0,3%) zu. Der wichtige Inlandsmarkt weist ebenfalls Steigerungen auf: Die österreichischen Gäste sorgten für einen Zuwachs bei den Ankünften von + 2,9% und bei den Nächtigungen von + 3,2%. Nächtigungssteigerungen wurden im Tiroler Sommertourismus darüber hinaus aus Dänemark (+ 5,3%), der Tschechischen Republik (+ 2,8%), den USA (+ 3,7%), Polen (+ 11,1%), Ungarn (+ 11,2%) und China (+ 29,8%) erzielt. Nächtigungsrückgänge mussten hingegen aus Italien (ÜN -3,5%), Belgien (ÜN -3,9%), Frankreich (ÜN -7,2%) und Großbritannien (ÜN -8,8%) hingenommen werden.
Die Gewinner bei den Unterkünften waren in dieser Sommersaison erneut die Ferienwohnungen. Sowohl die gewerblichen (ÜN +7,7%) als auch die privaten Ferienwohnungen (ÜN +5,2%) konnten bei den Nächtigungen deutliche Zuwächse verbuchen. Rückgänge mussten hingegen die Privatquartiere (ÜN -3,4%) hinnehmen. Die 2/1-Stern Betriebe (ÜN +2,9%) entwickelten sich positiv, während die 4/5-Stern-Hotellerie (ÜN -0,6%) und die 3-Stern-Hotellerie (ÜN -0,1%) einen relativ konstanten Saisonverlauf im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten.
Facts
- Der Winter ist (erst) seit Anfang der 90er Jahre die stärkere Saison
- Die Übernachtungen stiegen in den letzten 10 Jahren um +5,9%
- Die Ankünfte hingegen nahmen um +20,6% zu (Trend zu kürzeren Reisen)
- Die Gäste verweilen im Winter länger in Tirol als im Sommer (Winter: 4,9 Tage, Sommer 4,0 Tage)
- 2/3 aller Übernachtungen entfallen auf die Hotellerie
- Privatquartiere winters wie sommers stark rückläufig
- Jedes zweite der ca. 340.000 Betten Tirols entfällt auf die Hotellerie, ein Drittel auf Ferienwohnungen und 12% auf Privatquartiere
- Die höchste Auslastung gibt es in der gehobenen Hotellerie
- Auslastung im Winter (40,8%) allgemein höher als im Sommer (28,7%)
- Über 53.000 Menschen sind direkt im Tiroler Tourismus beschäftigt, 70% davon im Beherbergungs- und Gaststättenwesen
- Tagesausgaben der Gäste im Winter höher (€ 137,-) als im Sommer (€ 104,-)
- Tourismus generiert 7,3 Mrd. Euro Umsatz (5,6 Mrd. aus Nächtigungstourismus, 1,3 Mrd. aus Tagestourismus)
- Die touristische Bruttowertschöpfung Tirols beträgt 4 Mrd. Euro
- Anteil des Tourismus am BIP in Tirol ca. 16%
- In Tourismuszentren ist dieser Wert weitaus höher
- In Österreich liegt der Anteil bei 5,2% (OÖ im Vgl. dazu bei 3,2% und Wien bei 1,9%)
Touristische Infrastruktur in Tirol
- über 100 Skigebiete
- ca. 5.200 Pistenkilometer bzw. 7.199,21 Hektar (=0,6% der Tiroler Landesfläche): davon ca. 2.000 km leicht, ca. 2.600 mittel und 600 schwer
- ca. 4.000 Loipenkilometer
- rund 800 km Rodelbahnen
- 15.000 km vom Alpenverein gewartete Wanderwege, sowie diverse von den Regionen betreute Wege, daher gibt es gesamt über 23.300 km Wanderwege in Tirol
- ca. 1.400 bewirtschaftete Hütten und Almen
- 5.600 Mountainbike-Kilometer und über 900 Kilometer Radwege
- Über 5.000 Alpinkletterrouten, 3.000 Sportkletterrouten und 1.500 Boulderprobleme
- 100 Klettersteige und rund 100 Klettergärten
- 18 Golfclubs, davon 14 Golf Alpin Partnerclubs
Die Rolle der Tirol Werbung im Tiroler Tourismus
Die Tirol Werbung wurde mit 01.01.2011 reformiert, um mit neuer Organisationsstruktur die Aufgaben einer Landestourismusorganisation optimal zu bewältigen - die Tirol Werbung ist nicht nur für Tourismuswerbung zuständig, sondern auch Dachmarketingorganisation für den Wirtschaftsstandort Tirol. Im Tiroler Weg I wurde diese Richtung erstmals eingeschlagen, im Tiroler Weg 2008-2012 wird diese konsequent weiterverfolgt. Zentrale Handlungsfelder: Angebotsentwicklung, Unternehmertum, Rahmenbedingungen (Raum und Umwelt), Destinationen, Tirol Werbung.
Mehr Informationen: www.tirolwerbung.at
Tirol Tourism Research
Aktuelle und detaillierte Statistiken bietet TTR oder auch „Tirol Tourism Research" - Das zentrale Wissensportal für den Tiroler Tourismus. Die Tirol Werbung und das MCI Tourismus bieten mit der Online-Plattform TTR dem Tiroler Tourismus direkten Zugriff auf eine Fülle von für die Tiroler Tourismuspraxis relevanten strategischen, statistischen, marktnahen aber auch aktuellen und historischen Informationen und Daten.
www.ttr.tirol.at
